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Historische Fasanerie

Jeden 3. Sonntag im Monat führt die Kammerzofe durch das Barocke Gartendenkmal Tschifflick.

Treffpunkt für die Führung ist jeweils um 14:30 Uhr vor dem Hoteleingang. Die Teilnahmegebühr von 5,- € ist vor Ort an die Gästeführerin zu zahlen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Die herzogliche Kammerzofe führt durch Gelände und Geschichte des barocken Gartendenkmals Fasanerie. Beim einstündigen Spaziergang unter dem Motto „Die Kirschen von Tschifflick“ hören Sie von Freud und Leid des Lebemanns Leszczynski und der schicksalhaften Geschichte seiner Familie: Lebenslust, Intrigen, Sehnsucht und Hoffnung – filmreif!

 

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Das historische Gartendenkmal Tschifflick
Gartenkunstwerke sind als nicht statische Elemente einem ständigen Wandel ausgesetzt. Fehlt die Pflege, so gehen dem Garten Gestaltungsprinzipien und ursprüngliche Ideen verloren.Den ersten Garten am Ehrbrunnen ließ 1589 die Naturfreundin Prinzessin Magdalena von Jülich-Kleve anlegen. In der darauffolgenden Zeit des 30jährigen Krieges wurde die Anlage stark vernachlässigt und teilweise zerstört.Möglicherweise wurden vorhandene Elemente der Gestaltung vom Gartenbau-Architekten Eskil Johan Sundahl übernommen. So könnten ein Weiher und ein Teil der Terrassierung bereits vorhanden gewesen sein.In der Fasanerie hat sich nun ein Kleinod der barocken Gartenbaukunst erhalten, dass es zu pflegen und zu erhalten gilt.

Zu verdanken haben wir die historische Gartenanlage Fasanerie dem Polenkönig Stanislaus Leszczynski. Sein Freund und Mentor Karl XII. gewährte ihm in seinem Wittelsbacher Herzogtum Zweibrücken Asyl. Stanislaus baute sich – in Erinnerung an die glückliche Zeit in Bessarabien – hier eine Sommerresidenz und gab ihr den türkischen Namen Tschifflick. Gemälde von König Stanislaus, seiner Gemahlin Katharina Leszczynskaya und den beiden Töchtern Anna und Maria zieren die Wände im Kaminzimmer. Die ältere Tochter von Stanislaus und Katharina – Anna – verstarb bereits in jungen Jahren und wurde im Kloster Gräfintal beigesetzt. Die zweite Tochter, Maria heiratete 1725 den späteren König Louis XV. von Frankreich in Straßbourg.
Am 11. Dezember 1718 starb König Karl von Schweden den Soldatentod in Norwegen. Das Herzogtum Zweibrücken fiel zurück an den Pfalzgrafen Gustav Samuel Leopold. Daraufhin musste Stanislaus Zweibrücken verlassen. Zuflucht fand er während dieser Zeit in Weißenburg im Elsass. Sein Schwiegersohn gewährte ihm Asyl und übertrug ihm im Jahre 1735 das Herzogtum Lothringen und Stanislaus übersiedelte mit seiner Familie nach Nancy.

1715 entstand die barocke Kern-Anlage von dem schwedischen Architekten Sundahl, die Mitte des 18. Jahrhunderts von dem renommierten Hofgärtner Johann Petri zu einem Landschaftspark erweitert wurde.

Der noch heute gebräuchliche Name Fasanerie stammt von Herzog Christian IV. Nachdem Stanislaus nach Nancy übergesiedelt war, wurden die Holzbauten weitgehend abgetragen. Herzog Christian IV. von Zweibrücken legte nach 1740 einen großen Fasanengarten an.

Am 1. Januar 1897 konnte die Stadt Zweibrücken die Fasanerie vom Landgestüt, das die Anlage 1801 von Nepoleon Bonaparte geschenkt bekam, erwerben, um hier ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung einzurichten.

Die Besonderheit dieses gartenbaulichen Denkmals liegt in der Erhaltung der ursprünglich geplanten Anlage von 1714 durch den schwedischen Gartenbauarchitekten Johann Erikson Sundahl. 1756 wurde eine Erweiterung durch den Gartenbauarchitekten Petri geplant und gebaut. Hierbei handelte es sich in der Hauptsache um einen Seitengarten mit Pavillons und einem Baumsaal durch den Gartenbauarchitekten Petri vorgenommen. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde die Anlage erhalten und renoviert, aber es wurden keine tiefgreifenden Veränderungen vorgenommen.

Heute beherbergt die 40 ha große, von einer Umfassungsmauer umschlossene Anlage das Romantik Hotel Landschloss Fasanerie, einen Wildrosengarten, die historische, barocke Gartenanlage mit den Weihern, der salischen Ruine der Ehrwoogburg aus dem frühen 12. Jahrhundert und den Landschaftsgarten mit gut ausgebauten Spazierwegen.